Das Starland Tropenwald-Schutzprojekt IndigoStar

Um die alles entscheidende Stabilität der Biosphäre unseres Planeten unter den bereits massiven weltweiten Verlusten aufrecht zu erhalten, bedarf es jetzt eines fundamentalen Verständnisses der Fragilität dieser biologischen Systeme sowie die zügige Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen durch eine kritische Masse bewusster, Verantwortung übernehmender Individuen.

Fern aller ideologischer Verengungs-Narrative, überzeugt von dem kategorischen Verzicht auf Oberflächlichkeit und Ignoranz, sind Akteure gefragt, die durch ihr persönliches verantwortungsvolles Handeln ein Höchstmaß an Respekt vor diesem umwerfenden Gesamtereignis Welt beweisen!

Angesichts der galoppierenden Veränderungsdynamik innerhalb der globalen Netzwerke, erfordert es einen ganz und gar hellwachen, vor Positivität und Lösungswillen strotzenden Pragmatismus, der die erforderlichen individuellen Haltungen aller Akteure abfordert und die technischen und wissenschaftlichen Prozesse implementiert und vollzieht.

Unterstützen wir diese Entwicklungen!

Werner Hoffmann

Das Starland Tropenwald-Schutzprojekt IndigoStar

Die ungeheure Geschwindigkeit täglicher Zerstörung riesiger Flächen von Primärwäldern, Biotopen und Lebensgrundlagen für Millionen Lebensformen zeigt die ungezügelte, entfesselte Macht und Gefährlichkeit von Homo Sapiens – und dem, was er für das Lebendige, inklusive seiner selbst auf diesem Planeten bedeutet.

Wir selbst scheinen aktuell die invasive Art auf der Erde zu sein, die in ihrem Zerstörungswahn kaum zu stoppen scheint. Wie wir wissen, lernt der Mensch als Masse seine eigene Überlebensorganisation gern erst dann, wenn es ihm richtig wehtut.

Bevor dieser Prozess unkontrollierbar wird, ist es Zeit durch Selbstreflektion, Bewusstheit und Erkenntnisgewinn den Schutz des Lebens weltweit zu organisieren und die vorhandenen guten Ansätze, wie die CO2-Zertifizierungen durchzuführen.

Schutzprojekt Indigo Star

Seit Anfang der neunziger Jahre schon schützen wir 20.000 Hektar Tropenwald im nördlichen Gran Chaco Paraguays. Wir nennen dieses Tropenwaldschutzprojekt Starland Indigo Star.

Dieser Primär-Wald entwickelte seine Biologie über Jahrmillionen und verfügt über differenzierte biologische Habitate und Biotope, Nischen, die sich in der Evolution ungestört entwickeln konnten. Seine komplexe Biodiversität mit reicher Flora und Fauna bietet ihm dabei das Potenzial seiner Anpassungsfähigkeit.

Obwohl das größte tropische Feucht- und Grasland-Überschwemmungsgebiet unseres Planeten, das Pantanal Brasiliens nur etwa 100 km entfernt im Norden liegt und der mächtige Rio Paraguay, der die Grenze nach Brasilien im Osten markiert, ebenfalls nur 100 km entfernt ist, finden sich in unserem Schutzreservat auch so genannte „semi-aride Trockenwälder des nördlichen Chaco“, die tatsächlich aber immer wieder selbst gigantische Wassermassen führen können. Sie besitzen mit ihren in die Wälder integrierten Savannen und Graslandschaften über hohe CO2-Bindungsfähigkeiten.

In den wasserführenden, wie in den temporär ausgetrockneten Flussläufen, finden sich nach den großen Regenereignissen reiche Bestände an Fischen, Amphibien und Reptilien, wie Schildkröten und Kaimane.

Jaguare, Pumas, Gürteltiere, Opossums, Pekaris , Füchse und viele andere der so typischen Tierarten Südamerikas gehören zu dieser reichen heimischen Fauna. Und natürlich eine großartige und mächtige Vogelwelt mit über 800 Spezies.

Die herausragende Bedeutung des Gran Chaco

Der Gran Chaco ist das zweitgrößte Urwaldgebiet Südamerikas und fungiert als eine der wichtigsten Kohlenstoffsenken der Welt.
Er liegt größtenteils in Paraguay und Argentinien, während etwa 15 % auf Bolivien und Brasilien entfallen.
Der Tropenwald des Chaco ist einer der artenreichsten und beherbergt auch endemische und gefährdete Pflanzen- und Tierarten, sowie indigene Gemeinschaften, die in hohem Maße auf den Wald angewiesen sind.

Engagiert für den Erhalt des paraguayischen Chaco-Urwaldes

Dramatischerweise erfährt dieser riesige Chaco-Wald seit langer Zeit eine der höchsten Entwaldungsraten der Welt. Die Dynamik dieser Waldzerstörung lässt den bevorstehenden Zusammenbruch der Ökosysteme statistisch zeitlich errechnen.

Einzig die hochgradig lohnenden CO2-Projektinstrumente haben das Potenzial, dem Druck der Zerstörungen ein Ende zu machen: Investments in den Erwerb und die Karbon-Zertifizierung der Flächen, sind ein starkes Regel-Instrument. Das Projekt verbindet auf einzigartige Weise ein Umwelt-Investmentmodell mit einem hochmoralischen Engagement in die Gesundheit und die Zukunft des Planeten und seiner Bewohner.

Die Agrarkonzepte weltweit agierender Player erlauben die legale und unwiderrufliche Abholzung von Primärwäldern in vielen Ländern. Auch in Paraguay.

Die Zerstörungen erfolgen dabei in einem ungeheuren Tempo, bei denen die ursprünglich biologisch hochproduktiven Waldflächen des Gran Chaco, nicht nur verloren gehen, sondern in eine, aus klimatischer Sicht problemtreibende Viehzucht und Agrarwirtschaft, gebracht werden.

Um es zu veranschaulichen: Ein einziger Bulldozer allein zerstört innerhalb von zwei Stunden einen ha unwiederbringlichen, Jahrmillionen alten Wald.

Mit jedem einzelnen neuen Viehzuchtprojekt verschwinden pro Tag 120 ha genetischer Fülle und evolutionärer Kostbarkeiten. Damit entsorgt der Mensch auch die unverzichtbaren planetaren Sauerstoffproduzenten, gleichsam die Lungen des Planeten!

Die Abholzung unberührter, biologisch extrem wertvoller Refugien, erfolgt somit permanent – jede Sekunde, rund um die Uhr, großflächig, weltweit und weitgehend unbemerkt, mit Armadas abertausender Zehner-Gruppen von Bulldozern.

Red-footed tortoises (1,5 years old), Chelonoidis carbonaria, in front of a white background

Einer der weltweiten Hotspots der Entwaldung

Dass die globalen Treibhausgasemissionen als direkte Folge der Abholzung, dem exzessiven Vieheinsatz und dessen Folgen wie erodierter Böden, extrem steigen, ist den Verursachern selbstverständlich bewusst.

Tatsächlich wird dennoch ein Viertel der weltweiten Emissionen durch Entwaldung, Waldschädigung, Landnutzungsänderungen und der Landwirtschaft verursacht.

Großflächige Entwaldungen bedeuten radikale Eingriffe in die biologische Ökologie, sie erzwingen damit den verheerendsten Anstieg der Emissionen in der Klima-Geschichte des Planeten – erstmals rein „man-made“.

Die negativen Folgen für das Überleben aller Mitbewohner dieser Erde sind mittlerweile auch den eher desinteressierten oder desinformierten Gemütern verständlich.

Alle Vergehen gegen die Balance unserer Biosphäre und deren klimatische Folgen, werden von bedeutenden Experten und Wissenschaftlern seit Jahren analysiert und aufgezeigt, einhergehend mit den Berichten gigantischer Verluste endemischer Spezies und der evolutionsbiologisch bedeutenden, aber unwiederbringlichen Artenvielfalt.

Der drohende Verlust des Gran Chaco

Die Datenlagen verdeutlichen das Problem. Allein von 1985 bis 2016 verlor der Gran Chaco 14,2 Millionen ha. Wald durch Abholzung.
Das ist eine Fläche etwa so groß wie England.
Im gleichen Zeitraum stiegen die Emissionen aus Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft in Paraguay um 98 % (WRI CAIT).

In den letzten 10 Jahren gingen so 2,5 Millionen Hektar des jungfräulichen paraguayischen Gran Chaco durch Abholzung, zugunsten einer klimaunfreundlichen Agrarwirtschaft und Viehzucht verloren. Nach Angaben des Nationalen Forstwirtschafts-Instituts Paraguays (INFONA) betraf das allein im Jahr 2018 – 255.000 Hektar!

Kürzlich durchgeführte Analysen zum Verständnis der relevanten Triebkräfte und ihrer wirtschaftlichen Dynamik, zeigen die hohe Wahrscheinlichkeit, dass bis etwa Ende 2026 alle geeigneten Waldflächen (d. h. Wälder, die nicht schon in nationalen Naturreservaten oder privaten Schutzgebieten liegen oder reserviert sind) aufgekauft, abgeholzt und für die Rinder- und/oder Sojaproduktion zerstört werden – WENN sie nicht durch Carbonfarming und die Kohlenstofffinanzierung aus groß angelegten REDD+ Projekten gesichert werden.

Wir werden in einem weiteren Schritt neben unseren 20.000 Hektar, weiteren Wald kaufen und durch die Zertifizierungen bringen, sodass in den nächsten wenigen Jahren bereits 100.000 Hektar Tropenwald dem Planeten erhalten bleiben und nachhaltig geschützt werden.

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