Ethnien

Aus unseren Organisationen heraus haben wir in den letzten Jahrzehnten immer wieder Projekte durchgeführt, die bedrohte Ethnien unterstützten. Neben verschiedenen Stämmen in Peru wie den Shipibo, den Conibo und den Asháninca ist es in Paraguay die restverbliebene Gruppe einer vom Aussterben bedrohten Ethnie, die wir mit verschiedenen Projekten und einem hohen finanziellen und persönlichen Engagement begleiteten und vor dem Untergang bewahren konnten. Dabei war einst geplant, diese wenigen noch verbliebenen Familien – etwa 87 Menschen – nahe unserem Land im Chaco anzusiedeln, um durch gemeinsame Agrarprojekte deren Überleben sichern zu helfen. Die Indigenen verweigerten unser Angebot allerdings, unter anderem, weil das Land sehr abgelegen liegt, und sie zogen es stattdessen vor, ein Grundstück nahe dem Rio Paraguay zu wählen, weil dort für sie wesentlich bessere Lebensvoraussetzungen bestanden. Dieses Land wurde ihnen später dann auch vom Dachverband der Indigenen übertragen.

Wir mussten zudem lernen, dass unser Siedlungsangebot, nahe oder direkt auf unserem Land, auch aus kulturellen Gründen für die Indigenen nicht infrage kam. Nach ihren Erklärungen verstanden sie dieses Land als absolutes Tabu, denn als ehemaliger Kriegsschauplatz der Auseinandersetzungen mit feindlichen Stämmen war es ein Land der gefallenen Ahnen und somit kein Land, auf dem sie leben wollten.

Dieser Umstand hat sich schließlich sehr positiv auf die weitere Unberührtheit der Natur auf unserem eigenen Land ausgewirkt und passte somit insgesamt besser zu unserem Tropenwaldschutzkonzept, das wir dort seit 30 Jahren gegen viele Anfeindungen verteidigen und verwirklichen.

Es gab zudem in verschiedenen anderen Fällen häufig die Erfahrung mit Indigenen, denen man Land zum Siedeln überlassen hatte, dass sie konträr zu den Bedingungen der besitzenden Schutz-Organisationen Wald abholzten und kostbare Baumbestände zu Holzkohle machten und verkauften. Andere verkauften das Land, auf dem sie lebten an große Agrarfirmen und akzeptierten deren Rodungen, womit die Biodiversität und eine nachhaltige Lebensgrundlage für sie verloren ging. Aus diesen Gründen kamen für uns Übertragungen keinesfalls infrage.

Bildungsprojekte für Indigene

Kooperationen zwischen Deutschland und Paraguay, Deutschen Schulen und Indigenen

Wir haben in den letzten 60 Jahren diverse Projekte in verschiedenen Ländern realisiert.

So wurden von uns bei den Shipibo-Indigenen in Peru am Ucayali Fluss, einem der beiden großen Quellflüsse des Amazonas, sowie bei den Asháninca am Rio Purús Urwaldschulen errichtet. Wir förderten zudem Agrar- und Wasserbrunnenprojekte in entlegenen Regionen. Es wurden Wasserprojekte mit Bohrungen und Brunnenbau finanziert, die Mikro-Selbstständigkeit und Unternehmerschaft Indigener Gruppen z. B. zur eigenständigen Produktion von Melasse und Reis unterstützt, indem wir eine Zuckerrohrpresse sowie eine Reisschälmaschine finanzierten und eine kleine Hühnerfarm ermöglichten.

Sprach- und Kulturprojekte

Unser Mitgründer und enger Freund Dr. Binder hat während seiner 50-jährigen Tätigkeit als Urwaldarzt und Ethnologe jahrelang Indigenen in der Sprachentwicklung geholfen und sie ihre Sprache schreiben gelehrt.

Wir haben zudem Funkgeräte finanziert, um die Kommunikation und die Verbindung der Stämme und Gruppen zu unterstützen.

Medizinprojekte

Neben unseren eigenen angestellten Ärzten, die den Armen und Mittellosen, auch Nichtindigenen den Zugang zur medizinischen Versorgung erlaubten, wurden diverse junge Menschen durch unser Gewähren von Stipendien zu Ärzten oder medizinischen Assistenten ausgebildet.

Perspektivwechsel durch Bildung

Durch Projekte und Bemühungen von Werner Hoffmann und Sabine Geugelin entstanden jahrelange freundschaftliche Verbindung zwischen indigenen Kindern in Peru und Deutschen Kindern der Hamburger Albert Schweitzer-Gesamtschule, bei der der kulturelle Austausch und die menschlichen Kontakte im Mittelpunkt standen.

Starland AID Hoffmann-Dr. Binder ist die gezielt in Südamerika gegründete Nachfolgeorganisation der früheren Indianerhilfe.

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