Seit mehr als 30 Jahren schützen und besitzen wir mit unserem Tropenwald-Schutz-Projekt Indigo 20.000 Hektar unberührten Tropenwaldes im nördlichen Gran Chaco Paraguays.
Dieser Primär-Wald entwickelte seine Biologie über Jahrmillionen und verfügt über differenzierte biologische Habitate und Biotope, Nischen, die sich in der Evolution ungestört entwickeln konnten. Seine komplexe Biodiversität mit reicher Flora und Fauna bietet dabei das Potenzial seiner Anpassungsfähigkeit.
Obwohl das größte tropische Feucht- und Grasland-Überschwemmungsgebiet unseres Planeten, das Pantanal Brasiliens nur etwa 100 km entfernt im Norden liegt und der mächtige Rio Paraguay, der die Grenze nach Brasilien im Osten markiert, ebenfalls nur 100 km entfernt ist, finden sich in unserem Schutzreservat so genannte „semi-aride Trockenwälder des nördlichen Chaco“, die tatsächlich aber immer wieder selbst gigantische Wassermassen führen können. Sie besitzen mit ihren in die Wälder integrierten Savannen und Graslandschaften hohe CO2-Bindungsfähigkeit.
In den wasserführenden – wie auch den temporär ausgetrockneten Flussläufen, finden sich nach den großen Regenereignissen reiche Bestände an Fischen, Amphibien und Reptilien, wie Schildkröten und Kaimane.
Jaguare, Pumas, Gürteltiere, Opossums, Wildschweine – Pekaris –, Füchse und viele andere der so typischen Tierarten Südamerikas gehören zu der reichen heimischen Fauna dieser herrlichen Länder. Und natürlich eine großartige und mächtige Vogelwelt mit über 800 Spezies.
Die Land-Entwicklungs- und Besiedlungsintentionen der Regierungen Paraguays führten allerdings zu einem großflächigen Verschwinden der klimatisch und evolutionsbiologisch äußerst wertvoller Primärwälder und Naturräume, zugunsten der Entwicklung von Agrarflächen, oft Monokulturen oder intensive Weidewirtschaft und Viehhaltung sehr potenter Betriebe.
Der unermüdliche Run weltweit agierender Agrar-Player auf fruchtbares und hochwertiges Land, das die ständig wachsende Population von Homo Sapiens mit demnächst 9 Milliarden Menschen ernähren soll, kann sich zu einem massiven globalen Problem der gesamten Menschheit entwickeln, wenn die Belastungen der Ökologie des Planeten derart übertrieben werden, dass ihre Anpassungsfähigkeiten versagen und die produktiven biologischen Kräfte der Flora verloren gehen.
Auch in unserem Schutzreservat gab es in den letzten 30 Jahren immer wieder Okkupationsversuche seitens kriminell agierender Akteure, die sich durch Rodungs- und Besetzungsversuche unserer unberührten Wälder bereichern wollten.
Nur durch extreme Wachsamkeit, stete Satelliten-Kontrollen, Entschlossenheit, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft die entsprechenden finanziellen Mittel zur Sicherung der Flächen einzusetzen, war es möglich die Wälder in ihrer Unberührtheit nunmehr seit Jahrzehnten zu erhalten.
Die sehr wirksame Unterstützung der Deutschen Bundesregierung und des Auswärtigen Amtes und seiner Organe, soll hier nicht unerwähnt bleiben, denn deren hochkonzentriertes Engagement war dabei ebenso hilfreich wie willkommen. Auch die Beständigkeit staatlicher Organe Paraguays sind zu loben, die sich als verlässlicher Garant über Dekaden und über wechselnde Regierungen hinweg bewiesen.
Wegen des starken nationalen wie internationalen Agrar-Entwicklungsdrucks im Chaco, ist die klimatische Bedeutung der verbleibenden zu schützenden Flächen enorm.
Sie bilden die biogeografischen Inselwelten, die durch ihre physischen Vernetzungen nicht weniger als den Fortgang der Evolution erlauben.
Die Komplexität ihrer Biodiversität muss unbedingt bewahrt werden, denn sie hat neben der Perspektive des Artenschutzes immer auch fundamentalen Einfluss auf globale Klimaprozesse.
Das strategische Bestreben von Starland Aid geht damit auch in den nächsten Dekaden in den Klimaschutz, den Erhalt von Waldflächen und Biotopen, den Artenschutz und zwingend in die begleitende Betreuung und Entwicklung des entsprechenden Humankapitals, eben jener Menschen, die auch künftig vor Ort die Verantwortung für ihr eigenes Überleben, das Wohlergehen ihrer Gesellschaften und den Erhalt der uns alle schützenden Natur übernehmen.

