Zum Schutz schnell schwindender Kohlenstoffsenken im paraguayischen Gran Chaco
Der Gran Chaco ist das zweitgrößte Urwaldgebiet Südamerikas und ist damit eine der wichtigsten Kohlenstoffsenken der Welt.
Er liegt größtenteils in Paraguay und Argentinien, während etwa 15 % auf Bolivien und Brasilien entfallen.
Der Tropenwald des Chaco ist einer der artenreichsten und beherbergt endemische und gefährdete Tierarten sowie indigene Gemeinschaften, die in hohem Maße auf den Wald angewiesen sind.
Engagiert für den Erhalt des paraguayischen Chaco-Urwaldes
Dramatischerweise erfährt dieser riesige Chaco-Wald seit langer Zeit eine der höchsten Entwaldungsraten der Welt. Die Dynamik dieser Waldzerstörung lässt den bevorstehenden Zusammenbruch der Ökosysteme befürchten und zeitlich errechnen.
Einzig die Engagements der Wirtschaft in die CO2-Storage-Instrumente haben das Potenzial, der Rasanz der Zerstörungen ein Ende zu machen: Investments in die Karbon-Zertifizierung haben die Kraft, riesige Flächen vor der Zerstörung zu retten.
Die CO2-Projekte verbinden auf einzigartige Weise Kompensationszahlungen mit effizientem Schutz von Natur und Lebensräumen und erweisen sich als bedeutende Investments in die Gesundheit und die Zukunft des gesamten Planeten.
Sie sind sowohl ökologisch wie klimatisch ein sicheres Win-Win Investment.
Hintergrund
Die Agrarkonzepte weltweit agierender Player erlauben die legale und unwiderrufliche Abholzung von Primärwäldern in vielen Ländern. Auch in Paraguay. Die Zerstörungen erfolgen dabei in einem ungeheuren Tempo, bei denen die ursprünglich biologisch hochproduktiven Waldflächen des Gran Chaco verloren gehen und in eine klimatisch problemtreibende Viehzucht und Agrarwirtschaft wechseln.
Ein einziger Bulldozer zerstört innerhalb von 2 Stunden etwa 1 ha Jahrmillionen alten Waldes. Mit jedem einzelnen neuen Viehzuchtprojekt verschwinden pro Tag (!) 120 ha genetischer Fülle und evolutionärer Kostbarkeiten. Es verschwinden damit leider auch unsere unverzichtbaren Sauerstoffproduzenten, gleichsam die Lungen des Planeten! Die Abholzung unberührter Wälder erfolgt jede Sekunde, permanent, rund um die Uhr, großflächig und weitgehend unbemerkt und weltweit mit tausenden 10´ner Gruppen von Bulldozern.
Einer der weltweiten Hotspots der Entwaldung
Dass die globalen Treibhausgasemissionen als direkte Folge von Abholzung und exzessiv wachsenden Viehbeständen extrem steigen, ist bekannt. Tatsächlich wird ein Viertel aller Emissionen weltweit durch Entwaldungen, Waldschädigungen und die globale Landwirtschaft verursacht.
Großflächige Entwaldungen bedeuten radikale Eingriffe in die biologische Ökologie, sie erzwingen, erstmals man-made, den verheerendsten Anstieg der Emissionen in der Klima-Geschichte des Planeten. Die negativen Folgen auf das Überleben aller Bewohner dieser Erde sind mittlerweile deutlich mess- und sichtbar.
Der drohende Verlust des Gran Chaco
Die Datenlagen verdeutlichen das Problem. Allein von 1985 bis 2016 verlor der Gran Chaco 14,2 Millionen Ha Wald durch Abholzung. Das ist etwa eine Fläche, die der Großbritanniens entspricht! Im gleichen Zeitraum stiegen die Emissionen aus Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft in Paraguay um 98 % (WRI CAIT).
In den letzten 10 Jahren gingen so 2,5 Millionen Hektar des uralten paraguayischen Gran Chaco durch Abholzung, zugunsten einer klimaschädlichen Agrarwirtschaft und Viehzucht verloren. Nach Angaben des Nationalen Forstwirtschafts-Instituts Paraguays INFONA, betraf das allein im Jahr 2018 – 255.000 Hektar!
Kürzlich evaluierte Analysen zum Verständnis der relevanten Triebkräfte und ihrer wirtschaftlichen Dynamik, zeigen die hohe Wahrscheinlichkeit, dass bereits bis Ende 2026 alle Waldflächen, die nicht in nationalen Naturreservaten oder privaten Schutzgebieten liegen, oder für indigene Gemeinschaften reserviert sind, aufgekauft, abgeholzt und für die Rinder- und/oder Sojaproduktion zerstört werden. Es sei denn sie würden durch Carbonfarming und die Kohlenstofffinanzierungen aus groß angelegten REDD+ Projekten gesichert.


